Muslim-Verband beklagt geringe Unterstützung
5. November 2007Deutsche Schulen sind für die wachsende Zahl von Kindern mit ausländischen Wurzeln aus Sicht des Landesverbandes der Muslime noch ungenügend gerüstet.
HAZ: „Die Lehrer und die Schulleitungen müssen mit Blick auf die Migration ausgebildet werden“, sagte der Landesverbandsvorsitzende Avni Altiner am Sonnabend in Hannover. „Die Kinder müssen gefördert und für die deutsche Gesellschaft gewonnen werden.“ Damit dies gelinge, müsse sich auch die Einstellung mancher Lehrer ändern. Diese seien etwa in Gymnasien noch nicht immer daran gewöhnt, dass in den Klassen neben dem klassischen Mittelschichtnachwuchs nun vermehrt auch Zuwandererkinder säßen.
Obwohl die Migranten seit inzwischen fast 50 Jahren friedlich in Niedersachsen lebten, fühlten sie sich noch nicht immer überall willkommen. „Wir sind in Niedersachsen angekommen, aber wo ist die Akzeptanz in der Bevölkerung und der Politik?“, fragte Altiner. Toleranz alleine genüge nicht. Er beklagte, dass den Muslimen beim Betreiben eigener Kindergärten oder dem Bau von Moscheen Steine in den Weg gelegt würden. „Die Selbstverständlichkeit wird zum Problem.“ Nach allem Gerede über in Hinterhöfen verborgene Moscheen sei es vielen in Deutschland nun auch nicht recht, wenn Moschee-Neubauten geplant würden. „Was sollen die Muslime da über ihre Nachbarn denken?“
Gegen Predigten in deutscher Sprache in den Moscheen, wie sie unter anderem Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) gefordert hatte, sei prinzipiell nichts einzuwenden, sagte Altiner.